Eigentlich hat nur mein Partner die Diagnose bekommen. Aber wer mit einem Menschen mit Diabetes zusammenlebt, merkt schnell: Die Krankheit sitzt mit uns am Esstisch, sie schläft in unserem Bett und sie fährt mit uns in den Urlaub.
Ich bin Mona. Mein Partner lebt seit 10 Jahren mit [Mody-] Diabetes. In diesem Blog möchte ich nicht über medizinische Fakten referieren – dafür gibt es Ärzte. Ich möchte über die Sicht von der „anderen Seite des Sensors“ schreiben.
Die Rolle des „Typ F“ In der Community nennt man uns oft „Typ F“ (wie Familie oder Freunde). Wir scannen keine Sensoren an unserem eigenen Arm, aber wir hören die Alarme in der Nacht. Wir spüren die Stimmungsschwankungen bei hohen Werten und wir haben immer dieses eine Notfall-Saftpäckchen in der Tasche, von dem der andere gar nichts weiß.Was bedeutet das konkret im Alltag? Es sind die kleinen Dinge, die man als Außenstehender nicht sieht. Es ist der automatische Blick auf die Uhr, wenn das Essen im Restaurant länger dauert. Es ist das nächtliche Wachwerden, noch bevor der Alarm des CGM-Systems (Continuous Glucose Monitoring) losgeht, weil man die Unruhe des anderen spürt.
Oft bewegen wir uns in einem emotionalen Spannungsfeld: Wir wollen eine Stütze sein, ohne zu bevormunden. Wir wollen Sicherheit geben, ohne die Autonomie des Partners einzuschränken. Dabei vergessen wir oft unsere eigenen Sorgen – die Angst vor nächtlichen Unterzuckerungen oder die Langzeitfolgen. In der Community nennen wir uns ‚Typ F‘ (wie Familie oder Freunde), weil wir zwar kein Insulin spritzen, aber die Krankheit in jeder Faser unserer Beziehung mitleben. Es ist eine unsichtbare Verantwortung, die wir gerne tragen, die uns aber auch manchmal an unsere Grenzen bringt.“


Was dich hier erwartet Ich habe diesen Blog gestartet, weil ich gemerkt habe, wie wichtig der Austausch unter Angehörigen ist. Hier wird es um Themen gehen wie:
- Unterstützen ohne zu nerven: Der schmale Grat zwischen Fürsorge und „Diabetes-Polizei“.
- Gemeinsamer Alltag: Wie wir Restaurantbesuche, Sport und Reisen planen.
- Die psychische Belastung: Über die Sorgen sprechen, die man sich als Partner oft heimlich macht.
Abschluss Dieser Blog ist für alle, die mitkämpfen, mitfühlen und manchmal auch einfach nur mit-traubenzuckern. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen mit euch zu teilen und von euren Geschichten zu hören.
Schön, dass du da bist. Wir sind nicht allein!
